17.07.2026 | Abschied vom KUMS-Vorstand
Beitrag zum Journal "Unser Markt Schwaben" (Ausgabe 2-2026)
Der bisherige Vorstand des Kommunalunternehmens Markt Schwaben AöR, Bernhard Wagner, verabschiedet sich nach rund 10 Jahren, um seinen Ruhestand anzutreten. Er blickt zurück auf die Entstehungszeit der kommunalen Wärmeversorgung in Markt Schwaben, welche er mit verantwortete.
Ende August 2026 beenden Sie Ihre Tätigkeit als Vorstand. Wie geht es Ihnen damit?
Man sollte gehen, wenn es am schönsten ist. Ich durfte mehr als eine Dekade das Unternehmen der Markt Schwabener Bevölkerung leiten und freue mich, dass ich auch den Ausbau der Heizzentrale für die kommunale Wärmeversorgung zum Abschluss bringen konnte.
Was ist in dieser Zeit passiert?
Ausgehend von sieben mobilen meist Öl-Heizcontainern im Markt wurde im Jahr 2015 die mobile Gas- und Öl-Heizzentrale bei der alten Mittelschule errichtet und der Wärmeleitungsbau begann. 2017 wurde das Heizwerk Am Erlberg erbaut und in Betrieb genommen. Schneller als erwartet stellte sich heraus, dass die Kapazitäten dieser Anlage bald ausgeschöpft sein würden. Deshalb starteten wir im Jahr 2020 die Planungen für ein Erweiterungskonzept mit Blick auf Klimaneutralität. 2022 stand dann fest, dass eine größere Innovative Kraft-Wärme-Anlage zukunftsweisend sein würde. Jetzt steht Am Erlberg die derzeit innovativste Fernwärmeversorgungsanlage im Landkreis Ebersberg.
Was bedeutet eigentlich innovative Kraft-Wärme-Kopplung?
Die Anlage erzeugt zunächst Strom, der ins öffentliche Stromnetz abgeführt wird. Die bei diesem Prozess entstehende Wärme fließt in die Wärmeversorgung ein. Konkret erzeugen wir mit dem neuen großen BHKW (3.200 Watt) Strom, wenn er von der Bevölkerung gebraucht wird, den regenerativen Part decken wir mit einer großen Luft-Wärmepumpe (1.400 Watt) ab. Diese produziert dann Wärme, wenn der Strombedarf im Netz gering ist.
Welche Voraussetzungen waren hierzu notwendig?
Da sich die kommunale Wärmeversorgung noch in der Ausbauphase befindet, wurde mit Bayernwerk Natur die Lieferung von sechs Gigawattstunden (GWh) vertraglich vereinbart, um wirtschaftlich eine ausreichende Wärmeabnahme während der Sommermonate zu gewährleisten. Zudem sichern die beiden Heizwerke ihre gegenseitige Notversorgung ab.
Rechnet sich diese Investition langfristig für die Bürgerinnen und Bürger in Markt Schwaben?
Bedenkt man, dass der Jahresumsatz im Jahr 2018 mit dem damals neuen Heizwerk bei rund 500.000 Euro lag, im Jahr 2024 die 1 Millionen Euro-Grenze überschritt und zukünftig bei etwas über 3 Millionen Euro liegen wird, scheint das KUMS auf dem richtigen Weg zu sein. Trotz finanzieller Belastungen durch Zinsen und Kredittilgungen wird das KUMS in den kommenden Jahren voraussichtlich niedrige sechsstellige Gewinne aufweisen können.
Kann das KUMS zur Verbesserung der finanziellen Situation des Marktes Markt Schwaben beitragen?
Zu bedenken sind natürlich der weitergehende Leitungsbau sowie Reinvestitionen, die das KUMS zu finanzieren hat. Sicher kann ich sagen, dass das KUMS den Markt nicht finanziell belasten wird, sondern sich selbst trägt.
Welche Vorteile haben die Bezieher von Fernwärme?
Den Kundinnen und Kunden liefert das KUMS die Wohlfühlwärme direkt ins Haus und sie müssen sich keine Sorgen um die Erneuerung ihrer Heizanlage machen. Alle gesetzlichen Vorgaben hat das KUMS als Fernwärmeversorger zu erfüllen. Und: In den Sommermonaten wird für die Fernwärme so gut wie keine fossile Energie verwendet! Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Wird es Ihnen im Ruhestand nicht langweilig werden?
Drei Enkelkinder, die Bewirtschaftung meiner gepachteten Jagd in Otterfing, Motorradfahren und das aktive Schachspielen, das ich vor kurzem wieder begonnen haben, werden in meinem Ruhestandsleben endlich mehr Platz finden. Hinzukommt, dass mir heuer zum fünften Mal das Ehrenamt als Gemeinderat von Egmating übertragen wurde. Und nicht zuletzt wegen der Aufgaben im Haushalt, die meine Frau mir zugedacht hat, wird mir vermutlich nicht langweilig werden.
Fällt Ihnen der Abschied schwer?
Trotz schöner Perspektiven auf den Ruhestand, wird mir der unternehmerische Einsatz schon fehlen. Ich freue mich über das, was beim KUMS geschafft ist, und ich wünsche dem neuen Vorstand eine erfolgreiche Fortführung des Kommunalunternehmens.
Dieses ist die Lang-Version des Beitrags, den das KUMS dem Unternehmer-Journal "Unser Markt Schwaben" (Ausgabe 2-2026, Juli 2026) zur Verfügung gestellt hat.